17.12.2020/15:22 Uhr klingelt das Telefon. Am anderen "Ende der Leitung" das Sachgebiet Bevölkerungsschutz des Landkreises Barnim. "Es hat eine Anfrage der Rettungsleitstelle Lausitz gegeben. Man bittet uns, die Verlegung von insgesamt 51 Covid-19-Patienten von Südbrandenburg nach Berlin zu unterstützen". Soweit die Ausgangslage.

Was nun??? Zusagen??? Ablehnen??? Erst mal schauen, ob kurzfristig Einsatzkräfte zur Verfügung stehen würden, die der Bitte der Rettungsleitstelle Lausitz Taten folgen lassen könnten.

Es dauerte nicht lange und wir hatten die Bereitschaftserklärung von vier Kamerad*innen unserer Bereitschaft. Es erklärten sich die Kameradin Sophie-Charlotte Prasse sowie die Kameraden Peter Lichtnow, Ricardo Apel und Till Hoffmann bereit zwei Krankentransportwagen Typ B (KTW B) zu besetzen. Es war nicht der erste Coronaeinsatz der Bereitschaft des DRK Ortsverbandes Eberswalde. Bereits im Frühjahr, zur ersten Welle, besetzten wir ein Testzelt in Bernau und unterstützten den Landkreis Barnim bei der Erhebung der Abstriche.

Am 13.11.2020 erhielten wir um 22:45 Uhr einen Einsatzalarm Massenanfall von Erkrankten. In einem Pflegeheim in Eberswalde Finow kam es unter den 35 Bewohnern zu einem Covid-19 Ausbruch von dem insgesamt 13 Personen betroffen waren. Wir waren mit sechs Kameraden im Pflegeheim und unterstützten bei der Gabe von Sauerstoff und der Betreuung der Patienten.

Nun also der dritte Einsatz unserer Kamerad*innen im Zusammenhang mit der Covid-19 Problematik. Am 18.12.2020/06:00 Uhr wurden die KTW B besetzt und es ging zum Sammelpunkt nach Bernau. Dort trafen wir mit drei RTW vom Rettungsdienst und einem KTW B der Johanniter zusammen. Der Landrat, Daniel Kurth, verabschiedete unsere Kamerad*innen und bedankte sich für die hohe Einsatzbereitschaft. Dann erfolgte die Verlegung der Einsatzmittel im Konvoi zum Feuerwehrtechnischen Zentrum nach Großräschen. In Großräschen erhielten wir die Zuweisung unserer Patienten, inklusive des derzeitigen Krankenhauses, und das Zielkrankenhaus in Berlin. Alle Fahrzeuge hatten ihre Patienten im Krankenhaus in Senftenberg aufzunehmen. Wir waren für einen männlichen 86-jährigen Patienten und eine weiblich 76-jährige Patientin verantwortlich.

So grundsätzlich kennen wir uns mit der Verlegung von Patienten von einem Krankenhaus in das andere aus. Hier konnten wir von den vielen Einsätzen bei der Evakuierung in Oranienburg profitieren. Nur sollte es dennoch anders sein. Wir haben es mit einer hochansteckenden Infektionskrankheit zu tun und es war Vollschutz angesagt.

Die Patienten wurden übernommen und der Transport in die Kranhäuser in Berlin verlief problemlos. Die 76-jährige Patientin fühlte sich derart geborgen, dass sie kurz nach dem Start in Senftenberg einschlief und erst kurz vor Berlin wieder aufwachte. Unser 86-jähriger Fahrgast nutzte die Fahrt dazu sich mit unserer Kameradin Sophie-Charlotte zu unterhalten und sein Leben zu offenbaren.

In Berlin wurden die beiden durch uns transportierten und betreuten Patienten an die Krankenhäuser übergeben und im Anschluss die beiden KTW B desinfiziert.

Wir gehen davon aus, dass es nicht der letzte Einsatz dieser Art gewesen sein wird.

Ich möchte mich hiermit als Bereitschaftsleiter des DRK Ortsverbandes Eberswalde bei meinen Kamerad*innen recht herzlich für ihre hohe Einsatzbereitschaft, Empathie und Professionalität bedanken.

 

Bewegte Bilder

https://youtu.be/maU7b5S4KV4

https://youtu.be/5rpepjyJAHE

 

 

Einsatzmaßnahmen Bernau/Testzelt im Frühjahr 2020

https://www.drk-eberswalde.de/aktuelles/165-einsatzma%C3%9Fnahmen-zur-verhinderung-der-ausbreitung-des-coronavirus.html

 

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