Liebe Kameradinnen und Kameraden,

das Jahr 2020 neigt sich seinem Ende entgegen. Viele sagen zum Glück und hoffen auf ein besseres 2021. Ich habe oft gehört, wenn 2021 so werden würde wie 2019, dann wäre das schon in Ordnung.

Unserer DRK Ortsverband Eberswalde hat das Jahr 2020 vor besondere Herausforderungen gestellt. Dieses Jahr war ein in jeder Hinsicht ungewöhnliches Jahr. Sollten wir das Jahr in einem Wort zusammenfassen müssen, es wäre Menschlichkeit. Denn genau dieser, unser oberster Grundsatz bestimmte zu jeder Zeit das Handeln in unseren Bemühungen 2020.

In besonderer Weise haben wir, jeder an seiner Stelle, versucht die vor uns stehenden Herausforderungen zu meistern und mit unserem Einsatz gezeigt, was Menschlichkeit bedeutet.

Mit der Einrichtung der Testzelte in Eberswalde und Bernau waren wir mit unseren Kameradinnen und Kameraden von Anfang an dabei, den Versuch zu unternehmen das Virus einzudämmen. Nicht nur das ist zu erwähnen, denn mit dem ersten Lockdown kamen auf die Angehörigen des Deutschen Roten Kreuzes, egal ob in der Betreuung von Kindern oder von pflegebedürftigen Menschen, neue Herausforderungen zu, die gemeinsam bewältigt werden mussten - und sie wurden gemeinsam bewältigt. Vor dem Hintergrund der Gefährlichkeit des Virus mussten Abläufe geändert werden, die stark in die zum Beispiel bei der Pflege so wichtige Nähe zum Menschen eingriff.

17.12.2020/15:22 Uhr klingelt das Telefon. Am anderen "Ende der Leitung" das Sachgebiet Bevölkerungsschutz des Landkreises Barnim. "Es hat eine Anfrage der Rettungsleitstelle Lausitz gegeben. Man bittet uns, die Verlegung von insgesamt 51 Covid-19-Patienten von Südbrandenburg nach Berlin zu unterstützen". Soweit die Ausgangslage.

Was nun??? Zusagen??? Ablehnen??? Erst mal schauen, ob kurzfristig Einsatzkräfte zur Verfügung stehen würden, die der Bitte der Rettungsleitstelle Lausitz Taten folgen lassen könnten.

Es dauerte nicht lange und wir hatten die Bereitschaftserklärung von vier Kamerad*innen unserer Bereitschaft. Es erklärten sich die Kameradin Sophie-Charlotte Prasse sowie die Kameraden Peter Lichtnow, Ricardo Apel und Till Hoffmann bereit zwei Krankentransportwagen Typ B (KTW B) zu besetzen. Es war nicht der erste Coronaeinsatz der Bereitschaft des DRK Ortsverbandes Eberswalde. Bereits im Frühjahr, zur ersten Welle, besetzten wir ein Testzelt in Bernau und unterstützten den Landkreis Barnim bei der Erhebung der Abstriche.

Liebe Kameradinnen, liebe Kameraden, liebe Unterstützer des Deutschen Roten Kreuzes, sehr geehrte Damen und Herren, das Leben mit dem uns begleitenden Coronavirus „normalisiert“ sich wieder. Die "AHA Regel" ist unser ständiger Begleiter nicht nur im Alltag, sondern auch bei Fortbildungen, Übungen, Lehrgängen und Veranstaltungen. Die Mund-Nase-Maske gehört nun, wie vormals die Handschuhe, zu unseren Einsatzkräften und sie wird uns noch lange begleiten.

Trotz aller Einschränkungen und Vorsichtsmaßnahmen haben wir uns bereits im Juli 2020 entschlossen, langsam und mit kleinen Schritten unsere Bemühungen zur Durchführung von Aus- und Fortbildungen und dem sanitätsdienstlichen begleiten von Veranstaltungen zu reanimieren. Über die zurückliegenden Ereignisse werden wir nachträglich berichten.

Am 05.09.2020, gegen 09:45 Uhr – unaufhörlich prasselt Regen auf das Dach des Krankentransportwagens Typ B (KTW B), Wolken ziehen in schneller Folge über die Waldstadt und lassen für den Tag nichts Gutes ahnen. Die Temperaturen sind im Vergleich zu den Vortagen um einige Grad gefallen. Die Sportstätten - die Bahnen, die Weit- und Hochsprunganlagen sowie die Anlagen zum Kugelstoßen und Speerwerfen sind klatschnass und schmierig.

Der Regen der zurückliegenden Stunden hat alles aufgeweicht, was auch wir als Einsatzkräfte sofort merkten, als unser Fahrzeug nach dem Befahren des Geländes im Matsch einsank und Bewegung kaum möglich war, weil dies die Situation nicht nachhaltig verbessert hätte.

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